Beziehungen

Sie

Zerbrechlich wie der Flügel eines Falters
Zart wie Seide
Weich wie Samt
Doch Gefühle hat sie nie gekannt

Sie schaut im schwarzen Schloss umher
Ihre Augen blicken dunkel verhangen
seelenschwer
Ihr schweres Kleid reißt sie nach unten

Ihr Lächeln ist schon lange verschwunden
Sie krümmt sich vor Leid
Sie weint vor Schmerz
Herausgerissen, ihr zerkleinertes Herz

Ihre Tränen trocknen nie
Tapfer möchte Sie sein
doch fällt sie auf die Knie
Jeder weggehört, wenn sie schrie

Sie lächelt und lacht
Sie macht Witze, auch unbedacht
Sie fällt ins Wort hinein
Kann durchaus auch sehr wütend sein

Sie springt umher
leicht und unbeschwert
Sie kämpft um Recht und Rechte
Doch, ist sie noch die Echte?

Sie hockt still verborgen
in einem dunklen Kämmerlein
Kein Strahl des Lichtes dringt
zu ihr hinein

Sie lehnt geschunden an der Wand
Kämpft mit und um ihren Verstand
Alles dreht sich um sie her
Peinigende Gedanken fallen über sie her

Schwere legt sich auf ihr Haupt
Irgendwann ist sie verstaubt
Dann ist sie verschwunden

Jeder wird sie suchen
diese arme kleine Seele
verborgen in dem Seelengrab
Ganz tief, ganz weit in mir unten


Ich wusste genau, dass viele gedacht haben „Oh, bestimmt ein Lesbengedicht.“ Ich entäusche nur ungern, das hier ist alles Andere, nur kein Lesbengedicht! Eigentlich sehr persönlich…

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